Ich war so fremd wie bei meiner ersten
Familie, aber ist anders. Komisch, ich fühle mich hier lange nicht
so wohl. An der Familie liegt es nicht, sie sind nett, keine Frage.
Aber was mir fehlt, ist die Herzlichkeit, die meine erste Familie
durchaus hatte. Bei meiner ersten Familie war es, der Ort und die
Menschen, waren unbekannt aber irgendwie war es lange nicht so fremd.
Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt gar nichts hier kannte! Ich habe mich
sofort wohlgefühlt, mich zuhause gefühlt und meine Familie als
meine Familie gesehen. Sie fehlen mir so sehr, obwohl sie nur ein
paar Kilometer entfernt sind, fühlt es sich an als wären sie, weit,
weit, weg. Ich bin richtig traurig über den Familienwechsel und
würde am liebsten in dieser Sekunde zu meiner Familie und wäre
gerne einfach nur da. Ich wäre einfach nur gerne zu Hause, ich fühle
mich hier nicht zuhause. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben
soll. Sie sind wirklich meine Familie, sie sind wirklich ein Teil
meines Herzens. Ein wichtiger Teil meines Lebens, den ich nicht
aufgeben möchte, aber es muss. Nachdem mein Gastvater mich
verabschiedet hat, habe ich so geweint. Es ist nicht so, dass ich ihn
gar nicht mehr sehe, aber es ist so, das ich nicht mehr mit ihm lebe.
Es ist nicht dasselbe. Es ist so schlimm, wenn Worte nicht ausdrücken
können, was man fühlt..
Ich wusste, als ich mich für ein
Programm mit Rotary entschieden habe, dass ich meine Familie wechseln
muss. Andere Austauschschüler sind auch richtig froh über den
Wechsel, aber ich bin einfach nur traurig. Ich versuche die ganze Zeit
an die positiven Dinge zu denken: Näher am Center, besseres Wlan,
fast immer Strom und Wasser. Aber das alles sind nur materielle
Dinge, nichts Materielles kann wichtiger sein als eine besondere
Familie. Einerseits weiß ich, hätte ich mich nicht für ein
Austauschprogramm mit Rotary entschieden, hätte ich diese
wundervollen Menschen erst gar nicht kennengelernt, andererseits
vermisse ich sie in diesem Moment mehr als alles in Deutschland! Ich
sitze hier und denke mir: Ich will nach Hause! Und damit meine ich
nicht nach Deutschland, damit mein ich mein Zuhause hier. Aber nur
ist es nicht mehr wirklich mein Zuhause, auch wenn mein Gastvater das
nochmal betont hat. Es ist anders und ich lebe jetzt hier...
Wie soll ich das beschreiben!?
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