Ich habe für meine Verhältnisse lange nicht mehr geschrieben: 10 Tage.
Was daran liegt, dass einfach nichts passiert, mir fast die ganze Zeit total langweilig ist und ich kaum etwas tue.
Das liegt an der Kultur, man fängt um 20 Uhr oder später an etwas zu machen. Natürlich ist damit gegeben, dass den ganzen Tag nichts zu tun ist.
Mein Schlafrythmus ist total durcheinander, gegen 14:00 Uhr aufstehen, gegen 4:00 Uhr schlafen gehen (in der Woche).
Am Wochende bin ich dann um 11 Uhr morgens schlafen gegangen und um 20 Uhr aufgewacht....
Alles total umgekehrt und ich glaube, mein Körper kommt mit der Unregelmäßigkeit auch nicht ganz so gut zurecht... Was mir körperliche Probleme bereitet...
Was mich auch daran hindert viel zu machen, ist die Entfernung. Jedesmal 15 Euro fürs Taxi ist eine Menge Geld, da muss ich mich natürlich darauf beschränken nicht jeden Tag irgendwo hinzugehen und auch nicht öfter und nicht zwischendurch nach Hause zu kommen...
Dadurch, dass das Taxi so teuer ist, bleibt natürlich nicht viel Geld für andere Dinge und was macht man dann?
Man geht vielleicht irgendwo etwas essen/trinken, wofür man natürlich auch Geld braucht.
Die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten und ich komme mir vor, dass ich sie in- und auswendig kenne (was mich natürlich nicht vom Verlaufen abhält, da ich null Orientierungssinn habe...)
Da die Stadt nicht so groß ist, kenne ich mittlerweile jedes Cafe und jedes Restaurant. Jeden gemütlichen Platz und viele Straßen, was es natürlich nicht wirklich spannender macht.
Freunde und ich haben auch schon überlegt Tagesausflüge zu machen, was aber nicht möglich ist.
Einerseits durch Rotary, da es nicht erlaubt wird und andererseits dadurch, dass die Entfernung zu den anderen Städten viel zu groß ist um mal eben für einen Tag, eine andere Stadt zu besuchen.
Im Moment bin ich einfach nur genervt und weiß nicht, was ich machen soll, da die Internetverbindung nicht wirklich einen guten Zugriff gibt ist auch zuhause nichts zutun ist. Meine Gasteltern sind meistens unterwegs und wenn sie da sind, guckt meine Gastmutter entweder Fernsehen oder kocht. Beim Kochen helfe ich meistens auch sehr stark mit... Beim Fernsehgucken habe ich auch schon einige Male dazu gesetzt, aber die Sendungen, die sie schaut, sind in meinen Augen total langweilig, was es für mich nicht wirklich besser macht.
Mein Gastvater ist von morgens 7:30 bis 14:00 Uhr arbeiten. Meistens gibt es dann um 15:00 Uhr Essen. Und danach geht er direkt wieder in den Bergen wandern.
Gestern wurde ich gezwungen mitzukommen, was meiner Gesundheit nicht wirklich gut tat.
Ich habe dann auch einige Male gesagt, ich gehe nicht mehr weiter, ich kann nicht mehr.
Und ich habe mich nicht angestellt, ich konnte wirklich nicht mehr, hätte mir gewünscht, dass ich vor seinen Augen zusammenbreche und er damit versteht, dass es wirklich nicht mehr geht.
Um die Situation zu beschreiben, um zu verständlich machen, warum es nicht mehr ging: 43 Grad, mit akuter Sonneneinstrahlung d.h. null Schatten, die ganze Zeit Bergauf, zwischendurch ein bisschen Wasser. Er macht das jeden Tag, was heißt, dass er daran gewöhnt ist. Er ist dieses Klima gewöhnt, was für ihn kein Problem darstellt. Aber für mich ist dieses Klima eine massive Veränderung. Ich bin es nicht gewohnt, mein Körper ist es nicht gewohnt...
Im Endeffekt bin ich dann so weit gelaufen, bis ich mir dachte: Jetzt geht es wirklich nicht mehr. Zoe, es geht nicht mehr, du kannst nicht mehr. Ich habe mich dann auf den Boden gesetzt und mich geweigert weiterzulaufen, da ich wusste, dass noch der ganze Rückweg anstand.
Ich bin dann mit meiner Gastschwester, die auch nicht mehr konnte, zurück gelaufen und er ist weiter gegangen und nachdem wir eine Stunde auf ihn gewartet hatten (was bedeutet, dass es eine weitere Stunden Laufen gewesen wäre) ging es nach Hause.
Nach vier Stunden unterwegs waren wir also wieder zuhause, ich sage ihm, dass ich nie wieder mitkomme bei solch einem Wetter. Es wäre was anderes, wenn ich an einem gewissen Punkt sagen könnte, sorry, es geht nicht mehr, ich kann nicht weiter laufen. Aber nein, mein Gastvater ist jemand, der einen meiner Meinung nach unter massiven Druck stellt.
Ehrlich: Er ist total lieb, hat ein gutes Herz und ist ein toller Mensch, aber in dieser Sache, wenn es um andere Leite geht, da versteht er gar nichts. Meiner Meinung nach.
Mein Gefühl ist, dass meine Gastmutter meinem Gastvater Lügen erzählt, wenn dieser nicht vorort war.
Was meiner Meinung nach auch der Grund war für das Gespräch, das ich mit Rotary hatte.
Ich hätte mich zu ändern, wäre keine gute Person und wenn ich diese Person bleiben sollte, schicken sie mich nach Deutschland.
Sie konnten mir exakt sagen was ich wann, mit wem, wo tue. Was für mich eine Art von Null Privatsphäre darstellt...
Für mich haben die mich in meiner Person mit Geschichten, die nicht ich bin, angegriffen und mir unterstellt, aber gut, seitdem gebe ich nicht mehr 100% sondern 100000%, um mich nicht mehr angreifbar zu machen.
Durch alles Negative, das passiert, wächst mein Wille es zu meistern. Ich will mir selbst beweisen, dass ich stark genug bin, durch alle Einschläge, die passieren, stark genug bin, es zu schaffen, es zu meistern.
Danach will ich darüber nachdenken und sagen können: Trotz allem, was mich zu Boden brachte, habe ich es geschafft, immer wieder aufzustehen.
Ich will danach stolz sagen können: Ich habe es geschafft!
,,Man muss immer einmal mehr aufstehen als man zu Boden gebracht wird." Dieser Satz wurde stark zu meinem Motto hier, denn wir alle wissen, dass ich es schaffen kann und es schaffen werde, egal was passiert. Ich bin stark genung alles zu schaffen, was ich mir vornehme! Ich weiß, ihr glaubt an mich und das wichtigste: Ich glaube an mich!
Zudem meine neue Gastfamilie: Ein Gastvater, der der Chef von allem ist und wenn ich mich nur ansatzweise nicht gut benehme nach Hause geschickt werde, ich fühle mich unter Druck gesetzt, da ich Angst habe, auch nur etwas minimal falsch zu machen, um somit direkt nach Deutschland zu gehen.
Und ich muss sagen: Ich wachse über meine Grenzen hinaus, ich helfe total viel im Haushalt, mache meinem Empfinden nach mehr als der Gastvater und es ist trotzdem nicht genug.
Während alle am Tisch sitzen, spüle ich zusammen mit meiner 21-jährigen Gastschwester.
Und alle, die mich gut genug kennen um jetzt zu behaupten, dass sie es nicht vorstellen können und ich ja ach so faul bin...
Ich muss ganz ehrlich sagen: Hier bin ich nicht ich, mich habe ich irgendwo auf der Reise verloren. Ich hoffe, ich finde einen Teil von mir wieder, nicht alles, ich glaube, manches meines alten ichs ist ganz gut, das ich es verloren habe, irgendwo auf meinem Weg. Aber manche Dinge meines neuen Ichs würde ich gerne wieder gegen mein altes Ich eintauschen. Das bin nicht mehr ich, ich erkenne mich nicht mehr.
,,Ich weiß, wer ich war, als ich Deutschland verlassen habe. Ich weiß aber nicht, wer ich bin, wenn ich zurückkomme."
Vielleicht ist das unverständlich erklärt, denn ich bin ich. Mein Verhalten bin ich. Aber im Moment ist es so, dass es mein Verhalten ist, das komplett anders ist, mein Verhalten ist so anders, das ich nicht weiß, wer ich bin.
Oder bin ich das jetzt, werde ich Teile meines alten Ichs nie wieder bekommen, da ich nun ,,Jemand neues" bin und mein altes Ich der Vergangenheit angehört?
Ich merke wirklich, wie sehr ich mich verändert habe und weiß, dass ich mich noch weiter verändern werde.
Ich habe letztens mein Handy durchgeschaut und alte Bilder von mir angeguckt, Bilder von mir, ganz am Anfang meiner Reise. Wenn ich bedenke, dass es gerade mal vier Monate her ist, kann ich es nicht begreifen. Es ist so viel passiert, ich habe mich in meinen Augen verändert...
Bei einem Bild dachte ich extrem: Wer ist diese Person auf dem Bild? Bin ich das wirklich?
Meine Körperhaltung ist anders, mein Blick.
Es kommt mir so vor, als würde ich diese Bilder sehen und in die Seele und den Charakter schauen können, die/den ich zu dieser Zeit hatte. Es ist komplett anders. Es ist fremd, fremd für mich und ich bergreif nicht, dass ich es war...
Ich muss aber sagen, ich habe mich für mich zum Guten verändert und das ich das Wichtigste! (Vor vier Monaten hätte ich auch das noch nie gesagt, nach dem Motto: Wenn es für mich gut ist, ist es auch gut. Das soll nicht heißen, dass ich egoistisch geworden bin, ganz im Gegenteil, aber ich habe mittlerweile eine gute Selbstwertschätzung und weiß, dass ich wertvoll bin, was nicht eingebildet rüber kommen soll. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll, ohne das man es falsch interpretieren kann.) Ich bin selbstbewusster, willensstärker, ernster, anpassungsfähiger, anspruchsloser, aufgeweckter, aufmerksamer, bescheidener, entschlossener, verantwortungsbewusster, vernünftiger, zielbewusster, unpünktlich... und vieles weitere geworden...
Und jede negative Erfahrung, ich bereue keine davon. Denn das alles macht mich zudem, was ich am Ende sein werde und ich kann durch das alles nur wachsen. Ich bereue nichts und das ist das Beste. Denn wenn ich nichts bereue, weiß ich, dass es das richtige war..
Ich bin nicht mehr beeinflussbar, albern, schüchtern, faul, kindisch....(anderes)
Ein paar Dinge sind genauso geblieben oder haben sich nur wenig verändert: Ich bin/war/bleibe chaotisch, tollpatschig, ohne Orientierungssinn.
Ich behaare noch immer auf meiner Meinung, wenn ich denke oder weiß, dass es richtig oder falsch ist, dann stimmt mich keiner um.
Ich höre mir mittlerweile aber ruhiger die Meinung anderer an, um vielleicht nochmal meine zu überdenken, aber im Gesamten, wenn ich weiß, dass es richtig oder falsch ist, dann tue ich es/tue ich es nicht ab einem bestimmten Ausmaß.
In meinen Augen ist das durchaus positiv und wenn ihr es nicht so seht: Dann seht ihr es nicht so.
Keiner kann mich verändern, es können mir nur Leute sagen, was falsch an mir ist, damit ich es überdenke und wenn ich es als falsch sehe, dann ändere ich es oder versuche es.
Aber haltet fest: Egal wer versucht mich zu verändern, er schafft es nicht, wenn ich nicht vollkommen dahinter stehe.
Die für mich wichtigste Sache, die ich gelernt habe ich: Selbstwertschätzung.
Vor noch vier Monaten hätte ich es niemals auf die Reihe gekriegt, was ich an mir liebe, ich dachte da wäre nichts zu lieben.
Ich hätte niemals auf die Reihe gekriegt mich positiv sowie negativ zu beschreiben...
Ich bin stolz auf mich, das ist auch sehr wichtig.
Also lerne ich neben der Kultur, den Einheimischen, der Sprache... noch eine weitere ganz wichtige Person in meinem Leben kennen. Mich. Ich lerne mich kennen.
Das ist ein ganz wichtiger Schritt in meinem Leben und ich weiß, dass es mich bis zum Ende von allem ganz massiv prägen wird.
Und alles negative, was man hier heraus liest: Keins der Dinge ist negativ, auch wenn es erstmal so scheinen mag. Im Endeffekt tauchen diese negativen Sachen in meinem Leben auf, um sie in der Zukunft positiver zu gestalten. Im ersten Moment scheint es falsch, aber auf alles gesehen, hat jede negative Begegnung, jedes negative Erlebnis einen Grund, den ich früher oder später entdecke. Und das habe ich gelernt: Alles hat einen positiven Grund, der auch negativ sein kann. Hä? Negativ ist positiv?
Ja! Alles was wir, wenn wir es in etwas Positives umsetzten wollen, es können und wenn nicht, lernen wir daraus erhebliche Dinge.
Ich hoffe, ich habe meine aktuelle Lage gerade gut beschrieben und gehe mit großer Kraft an die Dinge.
In diesem Blog beschreibe ich ein Abenteuer, mein Abenteuer,- in das Land meiner Träume
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