Freitag, 22. November 2013

An manchen Tagen begreife ich alles nochmal neu

Ich lebe hier. Ich lebe hier Tag für Tag, einfach so. Auf einmal, ohne wirklich die ganze Zeit bewusst darüber nachzudenken. Aber dann gibt es noch diese Tage, an denen ich wirklich darüber nachdenke und alles realisiere. So ein Tag wie heute. Ein Tag, der eigentlich ist wie jeder andere, doch meine Gedanken und meine Gefühle rücken an so einem Tag alles in ein ganz anderes Licht. Ein Tag, an dem ich mir alles vor Augen führe und wirklich darüber nachdenke, was für eine Veränderung es überhaupt ist. Diese Tage, an den ich begreife, was es überhaupt bedeutet so weit von zuhause weg zu sein. Begreife, was es für eine große Veränderung ist. Nicht nur in dem Moment, sondern auch für mich und für mich und mein ganzes Leben danach. Ich werde danach auf keinen Fall so weiter leben können wie vorher, ich werde wahrscheinlich mich und meine Ansichten über verschiedene Geschehnisse ändern. Es fühlt sich ein bisschen an wie Urlaub. Doch dann bemerke ich, es ist mein Zuhause. Ich lebe hier und weiß, es ist kein Urlaub. Wie soll man das überhaupt nennen? Klar, es heißt „Schüleraustausch“. Darunter würde ich mir aber vorstellen, ein Austausch zweier Menschen, die gegenseitig das andere Leben leben. Aber so ist es nicht, ich habe mein eigenes Leben. Meine eigenen Erfahrungen und die kann man nicht austauschen. So sehr ich auch versuche die richtigen Worte zu finden, all meine Gefühle versuche in Worte zu fassen, all das was ich erlebe, so gut wie es geht zu beschreiben, damit es andere verstehen. Ich weiß aber, es ist unmöglich es wirklich verstehen. Oft sitze ich einfach nur da, schaue mir an, wie der Wind die Blätter rüttelt. Rieche die warme Luft. Sehe die Sonne jeden Tag. Jeden Tag fast dasselbe und trotzdem ist es jeden Tag ein Abenteuer. Ein neues Abenteuer. Ich komme mir vor wie in einem Traum. Es ist Traum. Wenn wir schlafen, läuft eine Zeit ab, die Zeit bis zum Erwecken. Unser Erwecken beendet unserem Traum. Sekündlich tickt eine Uhr, die die immer kürzer werdende Zeit vor Augen führt. Leider tickt auch für mich diese Uhr. Ich möchte eigentlich gar nicht darüber nachdenken, wie wenig Zeit es eigentlich ist. Für euch alle, in Deutschland kommt es lang vor. Aber wenn man „nur“ ein Jahr Zeit hat, ein komplett neues Leben anzufangen, ein komplettes neues Leben zu leben. Eine neue Schule, neue Freunde, sogar drei neue Familien und ein neues Land kennenzulernen, dann ist es verdammt wenig. Ihr lebt euer Leben wahrscheinlich ohne mich Tag für Tag fast genauso weiter. Ihr lebt es wahrscheinlich für den Rest eures Lebens, Tag für Tag. Aber ich, ich bin gegangen, habe mein Gewohntes zurück gelassen für ein Jahr etwas Neues. Danach werde ich in mein altes, bekanntes Leben zurückkehren und versuchen es wieder zu leben. Außerdem hätte ich gedacht mein Heimweh wäre schlimmer. Aber so ungefähr habe ich gar kein Heimweh, klar vermisse ich alles, aber ich weiß nach einem Jahr habe ich es alles wieder. Der Abschied hier wird viel schlimmer. Denn wenn ich gehe, weiß ich, ich gehe für immer. Klar kann ich zurück kommen, aber das wird niemals dasselbe sein. Im Moment ist es so, ich lebe wirklich hier, doch wenn ich gehe und zurück komme dann werde ich es anders sehen. In Gedanken kann ich nachvollziehen und erahnen wie es sein wird, doch bei dem Versuch es aufzuschreiben scheitere ich. Mein Weg hier hin war lang, meine Erlebnisse hier sind nach guten zwei Monaten schon reichlich. Und bald ändert sich wieder alles. Eine neue Familie. Ich wechsele jetzt also wirklich am 07.12, gute zwei Wochen vor Weihnachten. Wenn ich überlege, dass ich Weihnachten mit Leute feiere, die ich dann erst seit zwei Wochen kenne, dann löst es ein komisches Gefühl in mir aus. Wenn ich dann aber darüber nachdenke, wie es mir in meiner Familie nach zwei Wochen ging dann beruhigt es mich. Nach zwei Wochen war ich hier wirklich schon ein Familienmitglied. Es war wirklich schon mein Zuhause.
Es haben schon so viele Schüler, Menschen die Erfahrungen gemacht, aber ich glaube sie unterscheiden sich alle drastisch. Ich bin wirklich hier, ich lebe wirklich hier und habe ein neues Zuhause.
Ich könnte jetzt noch so viel schreiben, aber für euch würde es immer ähnlich klingen.
Deswegen sage ich an dieser Stelle jetzt:

Beste Wünsche! <3

Dienstag, 19. November 2013

Mal ein anderer Schultag :)

Heute waren wir mit der Klasse in einer Schule mit behinderten Menschen. Wir sprachen mit ihnen und gaben ihnen Geschenke und andere Dinge. Letzte Woche haben wir dafür in der Schule schon reichlich Geld gesammelt... 
Ich glaube vom Menschlichen haben es hier Leute mit einer geistigen Behinderung leichter, da die Leute einfach ein offeneres Herz haben. In Deutschland finden es die Leute eher komisch wenn Menschen einen auf die Wange küssen, einem eine herzhafte Umarmung geben, wenn man sie nicht kennt und anderes. Hier ist es völlig normal und somit denke ich, dass es leichter für die geistig Behinderten ist, dass sie nicht an Abstoßung oder irgendetwas dergleichen geraten. 
Ich glaube aber, dass es für Menschen mit einer körperlichen Behinderung hier schwerer ist, dass das argentinische System nicht so gut ist wie das deutsche. 
Ich kenne mich nicht viel mit Behinderten aus, aber durch mein Praktikum in einer Behindertenwerkstatt, dass ich vor einigen Monaten (Juni?) hatte, habe ich ein paar Dinge mitgenommen, die heute für mich in einem interessanten Vergleich standen.
Der Bus, mit dem wir dort hin gefahren sind, wäre wahrscheinlich in Deutschland nicht zugelassen und Menschen, die trotzdem damit fahren würden, würden wohl möglich ins Gefängnis kommen bzw. hier sehe ich trotz der sehr viel schlechteren Autos, Straßen und der gefährlicheren Fahrweise der Auto-/Busfahrer weniger Unfälle. Ich frage mich wie das möglich ist...
Ich glaube ich habe in den ganzen zwei Monaten erst einen sehr leichten Unfall gesehen und mit diesen Autos wurde dann normal weiter gefahren, wobei ich denke das es in Deutschland nicht möglich und erlaubt wäre...
Nach der Schule bzw. nach dem Ausflug/ Erlebnis machte ich endlich mal wieder eine Siesta von vier Stunden, es hat echt gut getan. Danach ging ich zu einer Austauschschülerin nach Hause, sie hatte Geburtstag. Wir (fast alle Austauschschüler der Stadt) aßen Hamburger und quatschten...
Danach ging es nach Hause, wo ich  mit meiner Familie zusammen saß, die zu dieser Zeit erst Abend aßen...
Ich habe etwas Neues entdeckt, was ich total liebe: Canitoo de Dulce de Leche... Dulce de Leche ist eine sehr süße Karamellcreme, die aus Zucker und Milch hergestellt wird. Die Milch karamellisiert durch den Zucker, wodurch es nach Karamell schmeckt. Canitoo sind pyramidenartige Schokoladendreiecke, die mit verschiedenen Sachen gefüllt werden. Ich entdeckte also Canitoo (Pyramidenartig) de (von/mit) Dulce de Leche (Karamellcreme) ICH LIEBE ES!


Mal ein anderer Schultag

Heute waren wir mit der Klasse in einer Schule mit behinderten Leute. Wir sprachen mit ihnen gaben ihnen Geschenke und andere Dinge. Letzte Woche haben wir dafür in der Schule schon reichlich Geld gesammelt...
Ich glaube vom Menschlichen haben es hier Leute mit einer Geistigen Behinderung leichter, da die Leute einfach ein offeneres Herz haben. In Deutschland finden es die Leute eher komisch wenn Leute einen auf die Wange küssen einem eine herzhafte Umarmung geben, wenn man sie nicht kennt und anderes. Hier ist es völlig normal und somit denke ich das es leichter für die Geistig behinderten ist das sie nicht an Abstoßung oder irgendetwas der gleichen geraten. 
Ich glaube aber das es für Leute mit einer Körperlichen Behinderung hier schwerer ist das das Argentinische System nicht so gut ist wie das Deutsche. 
Ich kenne mich nicht viel mit Behinderten aus aber durch mein Praktikum in einer Behindertenwerkstatt das ich vor einigen Monaten (Juli?) hatte habe ich ein paar Dinge mitgenommen die heute für mich in einem interessanten Vergleich standen.
Der Bus, mit dem wir dort hin gefahren sind wäre wahrscheinlich in Deutschland nicht zugelassen worden und Leute die trotzdem damit gefahren wären hätten wahrscheinlich eine hohe Strafe bekommen.
Ich habe in meiner Zeit hier gelernt, höre auf zu Vergleichen und nimm alles nicht zu ernst. Denk am besten nicht über die Fahrweise und die Fahrzeuge nach.
Ich muss sagen es war wirklich ein schöner Tag und ich bin froh so eine Schule kennengelernt zu haben.