Samstag, 14. Dezember 2013

Kunterbuntes Leben

Das: Ich habe nichts zum Anziehen und keine Schuhe, obwohl man eigentlich reichlich hat, gibt es auch am anderen Ende der Welt.
Ich fange an, mich hier wieder zurecht zu finden. Nicht wohl zu fühlen, aber ich finde mich damit ab und das ist schon ein erheblicher Fortschritt, denke ich.
Da gerade Wochenende ist, leide ich erheblich unter Schlafentzug, aber ich weiß, Sonntag kann ich wieder ausschlafen.
Ich habe heute Nacht sogar eine Stunde geschlafen, aber das lag mehr oder weniger an der Hitze. Denn heute ist ein sehr heißer Tag. Ich bin aufgewacht mit einem leichten Sonnenbrand auf den Beinen, weil ich neben dem Fenster schlafe. Niemand kommt doch auf die Idee, sich vor dem Schlafen gehen, Sonnencreme aufzutragen...
Wenn ich so überlege, dass in 10 Tagen schon Weihachten sein soll, dann begreife ich das nicht.
Ich habe mich noch nie im Leben so unweihnachtlich gefühlt und die "Weihnachts- Zeit" ging noch nie so schnell vorüber. Ich habe noch kein bisschen Weihnachtsgepäck gegessen, das gibt es hier einfach nicht. Aber andere Kultur: anderes Weihnachten.
Mein Gedanke nach Hause zu gehen ist übrigens in meinen Hinterkopf gerutscht, immerhin bin ich stark und ich weiß, das ich das schaffen kann. Würde ich zurück gehen, würde ich es bereuen, ganz sicher.
Ich bin so müde, aber kann bei dieser Hitze nicht schlafen, da der Boden nicht aus Stein ist, ist es nicht unbedingt kühler dort zu schlafen. Es ist irgendein komischer Kunststoff, ähnlich wie man ihn aus Sporthallen kennt.
Liebe Grüße!
Tschööö

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Verbesserung

Im Moment geht's besser. Ich denke einfach nicht mehr darüber nach und tue was ich für richtig halte und bin den ganzen Tag unterwegs. Heute war ich mit einer Freundin erst joggen, dann mit einer anderen Freundin in der Stadt und dann haben sich viele Austauschschüler, unter anderem ich, mit einer dänischen Austauschschülerin vom letzten Jahr getroffen.
Einen Sonnenbrand habe ich auch schon wieder, ich wusste nicht, das es beim Joggen notwendig ist Creme aufzutragen, da ich lange Sachen an hatte, na gut, auch der geht wieder vorüber. Es tut nicht weh also...
Am Abend und am Morgen sind seit gestern immer totale Unwetter, aber die Tage sind schön...
Vielleicht ziehen wir nächste Woche um.
Grüüüüüße! <3

Dienstag, 10. Dezember 2013

Immerhin habe ich im Moment... MICH!

Vielleicht ist es wichtig ein Zuhause zu haben und damit Personen, die sich um dich kümmern und denen du wichtig bist. Vielleicht wäre es für mich wichtig sie um mich rum zu haben und vielleicht in einem Zuhause zu leben. Aber ich habe es einfach im Moment einfach nicht. Damit muss ich mich abfinden oder auch nicht. Nach Deutschland zu gehen aufgrund eines nicht vorhandenen Wohlbefinden... ich weiß nicht, ob es übertrieben wäre. Aber ich weiß, dass wenn ich gehen würde, es für immer bereuen würde und eine Menge Dinge, gute sowie schlechte, verpassen würde.
,,Es ist eine kleine Station in deinem Leben, die durch gehen musst." Danke Mama, es stimmt. Eine kleine Station, drei/vier Monate bin ich nur hier und aufs Leben gesehen ist es gar nichts. Aber auf ein Auslandsjahr von 10 Monaten ist es eine Menge. Vielleicht sollte ich nicht darüber nachdenken wie es jetzt ist und mich auf die Zukunft freuen! Vielleicht ist es besser das Negative nicht zu beachten und das Gute in allem zusehen. Wenn es nichts Gutes gibt? Dann mach dir, dass es gut wird! Das werde ich jetzt machen. Ich wusste immerhin, dass ich 10 Monate weit von zuhause weg bin und es ist klar, das ich am anderen Ende der Welt nicht genau das haben kann, was ich zuhause habe.
Ist euch aufgefallen, ich sage wieder Zuhause? Die ersten drei Monate hatte ich nämlich ein wirkliches Zuhause hier und Leute um mich rum, die sich wirklich wie meine Familie angefühlt haben. Das habe ich jetzt nicht und? Ich habe Leute am anderen Ende der Welt, die mich schätzen und lieben. Dann habe ich eben im Moment niemanden, der sich wirklich um mich kümmert und der mich hier schätzt. Dann muss ich dadurch und irgendwann bin ich wieder da, wo ich hingehöre. Hier gehöre ich nicht hin, was ich tief spüre und was mir eigentlich total nah geht. Ich muss dankbar für die schöne Zeit sein, die ich hatte, schlechte Zeiten gehören eben dazu und davor kann man nicht weglaufen. Die gibt es überall. Nur hier, am anderen Ende der Welt, geht mir das viel näher. Ich bin getrennt von den Personen, die ich liebe, von den Personen, die ich schätze. Natürlich sieht man dann alles als viel größeres Problem und ja, vielleicht ist das Problem auch viel größer, am anderen Ende der Welt.
Einerseits ist das Leben viel zu kurz um sich einfach dem Kummer auszusetzten und zu denken: Geht vorüber.
Andererseits treten solche Dinge bewusst auf, damit du das Gute schätzt und siehst, was wichtig im Leben ist. Und wenn du es dann wieder hast, es viel mehr schätzt.
Eigentlich sind drei/vier Monate auch nicht lang, aber sie kommen einem verdammt lange vor, wenn es einfach auf gut deutsch Scheiße ist.
Ich weiß, es gibt Menschen, denen geht es viel schlechter. Also Zoe: Sei froh das deine Familie und Freunde (auch wenn sie weit, weit weg sind) gesund sind.
Ich stelle mich dem Kampf, da muss ich durch.
Ich kann nicht weg laufen, irgendwann wird es auch wieder besser, hoffe ich zumindest...
Ich versuche jetzt so gut wie möglich über den ganzen Mist nicht nachzudenken.
Immerhin habe ich im Moment MICH.. Dann muss ich halt selber auf mich aufpassen, dann muss ich halt für mich selber leben und wissen, was richtig und falsch ist. Dann bin ich eben komplett auf mich alleine gestellt und verzweifelt alleine.
Mit diesem Worten: Gute Nacht.

Montag, 9. Dezember 2013

Ich will hier weg.

Im Grunde genommen will ich aber auch nicht nach Hause. Ich habe Freunde und irgendwie hänge ich an allem hier. Will die Sprache lernen und nicht aufgeben. Aber ich möchte hier auch nicht bleiben, ich will nicht vier Monate irgendwo sein wo ich mich nicht wohlfühle. Es liegt an mir, ich fühle mich hier nicht wohl. Die Familie ist ja ganz nett eigentlich, aber was macht man, wenn man sich einfach nicht wohl fühlt? Ich versuche mich so gut es geht abzulenken. Gleich holen mich zwei Freundinnen ab und wir gehen in die Stadt. Gestern habe ich auch den ganzen Tag was gemacht. Wenn ich draußen bin, geht es mir relativ gut, aber sobald ich dann wieder daran denke oder hier bin, ja dann geht es mir einfach nur beschissen. Ich hätte meine ersten drei Monate, in denen wirklich gesamt alles gut war, viel mehr genießen sollen. Ich hatte kein Heimweh, nur ganz selten und jetzt denke ich mir einfach die ganze Zeit: Ich will hier weg.
Abwarten, Abwarten, Abwarten.
Vielleicht wird es besser, ich hoffe es so so sehr.
Das Wlan ist übrigens auch der letzte Mist. Skype funktioniert also auch nicht wirklich.
Liebe Grüße...

Ich kriege kein Auge zu..

Ich bin total müde, wir haben 6 Uhr. Seit 6 Stunden liege ich im Bett und schlage mir die Nacht um die Ohren. Ich bin so müde, kann jedoch trotzdem nicht schlafen. Ich weiß nicht genau, woran das liegt, an dem Unwohlbefinden, an der Hitze, am Bett (das minimal größer ist als ich) oder an was auch immer. Ich will schlafen, ich habe Pläne für Morgen und möchte nicht den ganzen Tag müde sein.
Draußen wird es schon wieder hell, an einem Samstag oder Sonntag wäre es normal um diese Zeit nach Hause zu kommen, aber wir haben Montag und ich will einfach schlafen...
Die Familie fühlt sich nicht an wie Familie, sie sind nett aber ich fühle mich trotzdem nicht wohl.
An der Familie liegt es nicht, sie sind wirklich nett, aber irgendwie komme ich mit ihnen nicht zurecht. Ich gebe der Sache eine Woche Zeit und werde dann, wenn es sich bis dahin nicht gebessert hat, irgendwas unternehmen. Ich habe seit dem ich hier bin (okay, es ist erst eine Nacht und jetzt die zweite) keine Nacht gut geschlafen. Ich will hier weg, in vier Monaten wechsel ich ZUM GLÜCK wieder meine Familie. Vier Monate übersteigt aber die Zeit, die ich hier bin und ich will nicht vier Monate mit diesem Gefühl bleiben. Dieses Gefühl, keine Familie zu haben, dieses Gefühl keine Bezugspersonen. Ich vermisse meine erste Familie so sehr, ich würde am liebsten zurück! Aber ich habe mich für ein Programm mit Rotary entschieden und wusste, dass ich in dem Jahr zwei Mal wechsele und somit drei Familien habe. Manchmal gewinnt man und manchmal verliert man. Ich habe jetzt verloren und die Ar..Karte gezogen...
Ich versuche die ganze Zeit darüber nachzudenken, was gut ist, um meinen Kummer zu lindern. Ich habe ein Bett (was jedoch nur minimal größer ist), ein Dach über den Kopf, Strom (auch wenn es kompliziert ist mein Handy daran zu laden, da irgendwie immer wieder Funken daraus kommen und ich schon einige Stromschläge bekommen habe, aber ja ich habe Strom), ich habe Wasser (wenn auch nur bedingt und wenig), ich habe essen, habe trinken. Aber ist das nicht irgendwie wenig? Was ich möchte, sind Menschen, die mir das Gefühl geben, willkommen zu sein, hier richtig zu sein. Was ich möchte ist ein Zuhause, eine Familie, ich möchte glücklich sein. Immer wenn ich daran denke, das meine Gastfamilie im Grunde genommen sehr gut war, führt es mich zu Tränen. Ich hätte die Zeit mit ihnen viel mehr genießen sollen, sie ging viel zu schnell vorüber...
Ich wünschte ich könnte sagen, ich gehe zurück. Aber das kann ich nicht. Im Grunde genommen möchte ich nach hause, in mein Zuhause hier aber das ist in keiner Option möglich, nie wieder so.. Eigentlich will ich nicht nach Hause nach Deutschland, aber ich möchte hier, in dieser Familie auch nicht bleiben. Wie gesagt, es liegt nicht an der Familie an sich und soll nicht gegen sie sein, aber es passt nicht mit mir. Vielleicht liegt das Problem an mir, ich überlege die ganze Zeit, ob ich irgendwas falsch gemacht habe aber ich komme nicht drauf...
Ich werde morgen (heute, es ist bereits 6) schreiben, ob es besser wird.
Nun versuche ich weiter zu schlafen, die vier Stunden will ich nach nutzen!
Gute Nacht! ):

Der erste Tag! ):

Ich war so fremd wie bei meiner ersten Familie, aber ist anders. Komisch, ich fühle mich hier lange nicht so wohl. An der Familie liegt es nicht, sie sind nett, keine Frage. Aber was mir fehlt, ist die Herzlichkeit, die meine erste Familie durchaus hatte. Bei meiner ersten Familie war es, der Ort und die Menschen, waren unbekannt aber irgendwie war es lange nicht so fremd. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt gar nichts hier kannte! Ich habe mich sofort wohlgefühlt, mich zuhause gefühlt und meine Familie als meine Familie gesehen. Sie fehlen mir so sehr, obwohl sie nur ein paar Kilometer entfernt sind, fühlt es sich an als wären sie, weit, weit, weg. Ich bin richtig traurig über den Familienwechsel und würde am liebsten in dieser Sekunde zu meiner Familie und wäre gerne einfach nur da. Ich wäre einfach nur gerne zu Hause, ich fühle mich hier nicht zuhause. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Sie sind wirklich meine Familie, sie sind wirklich ein Teil meines Herzens. Ein wichtiger Teil meines Lebens, den ich nicht aufgeben möchte, aber es muss. Nachdem mein Gastvater mich verabschiedet hat, habe ich so geweint. Es ist nicht so, dass ich ihn gar nicht mehr sehe, aber es ist so, das ich nicht mehr mit ihm lebe. Es ist nicht dasselbe. Es ist so schlimm, wenn Worte nicht ausdrücken können, was man fühlt..
Ich wusste, als ich mich für ein Programm mit Rotary entschieden habe, dass ich meine Familie wechseln muss. Andere Austauschschüler sind auch richtig froh über den Wechsel, aber ich bin einfach nur traurig. Ich versuche die ganze Zeit an die positiven Dinge zu denken: Näher am Center, besseres Wlan, fast immer Strom und Wasser. Aber das alles sind nur materielle Dinge, nichts Materielles kann wichtiger sein als eine besondere Familie. Einerseits weiß ich, hätte ich mich nicht für ein Austauschprogramm mit Rotary entschieden, hätte ich diese wundervollen Menschen erst gar nicht kennengelernt, andererseits vermisse ich sie in diesem Moment mehr als alles in Deutschland! Ich sitze hier und denke mir: Ich will nach Hause! Und damit meine ich nicht nach Deutschland, damit mein ich mein Zuhause hier. Aber nur ist es nicht mehr wirklich mein Zuhause, auch wenn mein Gastvater das nochmal betont hat. Es ist anders und ich lebe jetzt hier...

Wie soll ich das beschreiben!?