Montag, 11. August 2014

Heute vor einem Jahr...

Vielleicht trifft der Titel es nicht so ganz. Vielleicht würde es besser passen wenn heute der 06.09 wäre und ich genau vor einem Jahr geflogen wäre... Nein, heute vor einem Jahr hab ich die Tage gezählt, die Tage bis zu meinem Abenteuer. Heute vor einem Jahr waren es noch genau 24. Nur 24 Tage die mich von Argentinien trennten, heute weiß ich nicht wann oder ob ich je wieder dort sein werde.... Ich vermisse alles so schrecklich meine 1. Gastfamilie, meine Freunde, die Umgebung, die Stadt, das Leben, einfach alles. Es ist so unrealistisch hier zu sitzen und zu wissen, 15000 km entfernt von mir, sind Menschen, viele Menschen, die ich gern habe und schrecklich vermisse. Die ich gerade gerne einfach umarmen würde oder einfach nur ein paar Worte mit ihnen wechseln würde. Eine Schule, in der mich jeder kennt, eine Schulgemeinschaft die wie eine riesige Familie ist und Lehrer die eher wie Freunde sind als irgendwelche Menschen, die sich wichtiger finden als sie eigentlich sind. Ich vermisse es mit meiner kleinen Gastschwester und meiner Gastmutter soy amiga de las frutas zu singen und einfach nur glücklich zu sein. Oh mein Gott ich vermisse alles so schrecklich. Meine erste Familie war wie meine eigene, vom ersten Tag an. Ich kann sagen ich hab ein Zuhaue 15000 km weit entfernt und eine weitere Familie die mich liebt, aber leider ist diese ebenfalls so weit entfernt. Denn anderen Familien bin ich Dankbar dafür, das sie es mir so schwer gemacht haben. Ich bin daran gewachsen, hab gelernt dass das Leben verdammt hart sein kann und ist. Sie haben mir deutlich gemacht das man kämpfen muss. Mir war zu jenem Zeitpunkt klar das ich mich nicht unterkriegen lassen darf, doch manchmal war ich leider nicht ganz so stark, wie ich es heute schaffe zu reden. Manchmal wünschte ich mir wirklich zuhause zu sein, in meinem eigenen Bett zu liegen, bei meiner Familie, und mit all dem bekannten. Aber manchmal wünschte ich mir auch, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren und einfach für immer dort zu bleibe. Ich denke heute ist es so, wie es jemand bestimmt hat zu sein. Ich will gar nicht abwägen ob es woanders heute besser wäre, ob es heute in Argentinien besser wäre oder auch sonst wo. Das habe ich auch aus dem halben Jahr mitgenommen, das zu akzeptieren was ist. Mit dem klar zukommen was gerade Sache ist. Ich glaube uns allen ist klar das einige Dinge besser sein könnten. Aber wenn alles perfekt wäre, würden wir uns dann noch darüber freuen wenn die Sonne scheint? Vielleicht ist das Beispiel jetzt auch nicht das beste aber ich hoffe man versteht wie ich das meine...
Eigentlich sollte ich doch erst vor genau einem Monat wieder gekommen sein. Aber leider ändern manche Ereignisse eine komplette Planung, ändern nur eine Kleinigkeit oder zerstören einen ganzen Traum. Ich weiß nicht wie es wäre wenn ich jetzt erst seit einem Monat wieder hier wäre, ich weiß auch nicht ob heute alles so gut ist, wie es ist. Aber wenn es schlecht sein sollte, muss ich es selber in die Hand nehmen, dann muss ich mich aufraffen und etwas ändern und nicht darauf warten bis etwas geändert wird.Das müssen wir alle, alles selbst in die Hand nehmen. Klar, manchmal gibt es Sachen geschenkt, aber ist es nicht viel schöner wenn man hart für etwas Arbeiten musste aber sich dann über das Ergebnis freuen kann? Das habe ich auch gelernt, wenn ich etwas möchte, muss ich dafür arbeiten und nicht darauf warten bis es mir in den Schoss fällt, das passiert viel zu selten oder auch nie. In nicht ganz zwei Wochen ist das nach Treffen von Rotary, ich bin mir unschlüssig ob ich dort hingehen soll bzw. zum jetzigen Zeitpunkt dort hingehöre.Weiter gehe ich darauf jetzt nicht ein, da es mir schwer fällt.
Das letzte Jahr war krass einfach  nur krass. Als ich mir vor einem Jahr ungefähr heute ausgemalt hab, war es nicht nur Ansatzweise so.
Ich weiß nicht ob überhaupt noch jemand meinen Blog verflogt bzw. liest aber es hat gerade gut getan einfach mal meine Gedanken zu teilen, mit wem auch immer, vielleicht trifft auch erst wieder jemand in zehn Jahren auf meinen Blog und liest das...
Jeden Falls wünsche ich LG, an wen auch immer.

Sonntag, 16. Februar 2014

Aus Deutschland...

Ja ich schreibe aus Deutschland.
Aus einem Land, das sich nicht verändert hat, indem alles gleich ist, alles scheint so verrückt.
Wieso bin ich hier?
Durch ein schwerwiegendes Ereignis entschlossen sich meine Eltern mich nach Haus zu holen, was in der Situation auch besser war, was ich nicht anzweifel. Für mich ist dieses Ereignis noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn es durch jeden neuen Tag weiter in die Ferne rückt, aber ich werde erst mit dem Ereignis abschließen wenn ich was unternommen habe und alles richtig beschlossen ist. Alles richtig gestellt ist,  deshalb verzeiht mir wenn ich NOCH nicht über dieses Ereignis erzählen will oder auch nicht kann. Wichtig ist zu sagen mir geht's wieder gut..
Ich wollte aber irgendwie nur beschreiben wie alles so ungefähr ist, um meine Leser darüber zu informieren und ich habe das Gefühl es tun zu müssen.
Alles ist wie in einem Film oder eher ein Traum der mit einem Albtraum endete?
Trotz des schrecklichen Endes kann ich sagen es war bis jetzt die beste Zeit meines Lebens. Und ich würde jedem Menschen empfehlen solch einen Schritt zu wagen. Ins Ausland zu gehen und einmal ganz neu anzufangen.
Ich vermisse alles schon richtig schrecklich und es ist komisch hier zu sitzen und zu wissen nicht nur dieses Land ist mein Zuhause, nicht nur dieses Land ist mir vertraut.
Ich vermisse meine Freunde so sehr, sie wurden solche wichtigen Menschen in meinem Leben und ich werde sie nicht vergessen. Ich bin so unendlich dankbar das diese mir meine zeit so schön gemacht haben. Es war eine so prägende Zeit. Meine erste Gastfamilie, es ist einfach unglaublich.
Hier einmal der Text den ich nach meiner Ankunft in Deutschland auf Facebook veröffentlicht habe:

Estoy en Alemania ahora...
Yo quiere dice algo:
Gracias a mi amigas y amigos, gracias a mi compañeros, gracias a la escuela, gracias a la familia, a la otra intercambios.. Solo gracias para todo y cada.
Gracias para la tiempo. Yo estaba no mucho tiempo en Argentina pero en este poco tiempo, todos ustedes son muy importante personas para mi, para siempre. Lo haré olvidar ustedes nunca, prometido. 
Espero ustedes olvidares mi nunca tampoco.
Un dia yo veni a Argentina!
Estoy muy triste para todo. 
Ya extranar ustedes.
Yo siento muy mal porque no tengo la oportunidad para dice "chau y gracias"
Bueno este es no para dice "chau" este es para dice "hasta pronto".
Te amo todo!.
Yo voy a extrañar mucho....
MUCHAS GRACIAS! 


(perdone para mi español chicos jajajaja)


Übersetzt heißt es:
Ich bin jetzt in Deutschland und möchte etwas sagen:
Danke an meine Freunde, danke an meine Klassenkameraden, danke an die Schule, danke an die Familie, an die anderen Austauschschüler... Einfach danke für alles und jeden...
Danke für die Zeit. Ich war nicht lange in Argentinien aber in dieser kurzen Zeit wurdet ihr alle sehr wichtige Personen für mich, für immer. Ich werde euch niemals vergessen, versprochen. Ich hoffe ihr werdet mich auch nie vergessen.
Ich werde nach Argentinien zurückkehren. 
Ich bin sehr traurig über alles. 
Ich vermisse euch sehr. 
Ich fühle mich sehr schlecht, da ich nicht die chance hatte Tschüss und danke zu sagen. 
Gut, das hier ist nicht um Tschüss zu sagen. es ist um bis bald zu sagen.
Ich liebe euch alle. 
Ich werde euch sehr vermissen.
Vielen Dank  
(Sorry für mein Soanisch hahahaha)

Ich glaube aus diesem Abschieds- text kann man viel raus lesen wie ich mich fühle. Interpretiert was ihr wollt...

Ich werde diesen Blog auf jeden Fall nicht still legen und immer wieder schreiben wie ich mich hier fühle.
Wen es interessiert, der kann ja auch weiterhin reinschauen.

Hier hat sich wirklich nicht viel verändert eigentlich gar nichts. ALles ist genau gleich wie vor 6 Monaten und das einzige was sich verändert hat bin ich.
Vielleicht bemerken es meine mitmenschen nicht wirklich aber ich habe mich verändert und wenn es nur meine eigene Einstellung ist und meine eigenen Gedanken die nur ich weiß.
Aber ich bin froh darüber ich sehe alles mi anderen Augen.
Nach allem kann ich sagen ich würde wieder gehen und fast alles genauso machen.


KUTUTURSCHOCK DEUTSCHLAND

die größte herausforderung an allem ist, mich hier wieder wohl zu fühlen.
Mich hier wieder zuhause fühlen und mein leben wieder richtig hunzukriegen.
Mit allem hier zurecht kommen...




Mittwoch, 22. Januar 2014

Gedanken

Anmerkungen an mich:
  • nimm dir nicht mehr so viel zu Herzen
  • höre auf Leute zu lieben, die dich hassen oder denen du egal bist
  • denke mehr an dich selbst
  • liebe dich 
  • genieße das Leben, das Hier und Heute
  • lass die Vergangenheit Vergangenheit sein
  • gib auf dich acht
  • nimm alles nicht zu ernst
  • lass dich nicht unterkriegen
  • es ist nicht schlimm, wenn nicht jeder mit dir zufrieden ist
  • nicht jeder dich mag
  • akzeptiere dich selbst, die Person die du bist
  • versuche niemand anderes zu sein
  • gib nicht auf
  • höre nicht auf das scheinbar Unmögliche zu versuchen
  • lebe den Moment
  • sei glücklich
,,Die Menschen sind einfach ängstlich, weil sie ein Standardverhalten von anderern erwarten, aber wie ich es dir gesagt habe, du bist eine besondere Person, du wirst in deiner Zukunft sehr erfolgreich sein. Und Menschen wie du verändern eine Menge, bewegendes. Warte einfach und lerne aus jedem Tag."

Diese Worte haben mich wirklich aufgebaut und daran werde ich festhalten.
(Der Inhalt einer Nachricht an mich, heute)




Dienstag, 14. Januar 2014

Ich habe jemand ganz wichtigen kennen gelernt

Ich habe für meine Verhältnisse lange nicht mehr geschrieben: 10 Tage.
Was daran liegt, dass einfach nichts passiert, mir fast die ganze Zeit total langweilig ist und ich kaum etwas tue.
Das liegt an der Kultur, man fängt um 20 Uhr oder später an etwas zu machen. Natürlich ist damit gegeben, dass den ganzen Tag nichts zu tun ist.
Mein Schlafrythmus ist total durcheinander, gegen 14:00 Uhr aufstehen, gegen 4:00 Uhr schlafen gehen (in der Woche).
Am Wochende bin ich dann um 11 Uhr morgens schlafen gegangen und um 20 Uhr aufgewacht....
Alles total umgekehrt und ich glaube, mein Körper kommt mit der Unregelmäßigkeit auch nicht ganz so gut zurecht... Was mir körperliche Probleme bereitet...
Was mich auch daran hindert viel zu machen, ist die Entfernung. Jedesmal 15 Euro fürs Taxi ist eine Menge Geld, da muss ich mich natürlich darauf beschränken nicht jeden Tag irgendwo hinzugehen und auch nicht öfter und nicht zwischendurch nach Hause zu kommen...
Dadurch, dass das Taxi so teuer ist, bleibt natürlich nicht viel Geld für andere Dinge und was macht man dann?
Man geht vielleicht irgendwo etwas essen/trinken, wofür man natürlich auch Geld braucht.
Die Stadt hat nicht wirklich viel zu bieten und ich komme mir vor, dass ich sie in- und auswendig kenne (was mich natürlich nicht vom Verlaufen abhält, da ich null Orientierungssinn habe...)
Da die Stadt nicht so groß ist, kenne ich mittlerweile jedes Cafe und jedes Restaurant. Jeden gemütlichen Platz und viele Straßen, was es natürlich nicht wirklich spannender macht.
Freunde und ich haben auch schon überlegt Tagesausflüge zu machen, was aber nicht möglich ist.
Einerseits durch Rotary, da es nicht erlaubt wird und andererseits dadurch, dass die Entfernung zu den anderen Städten viel zu groß ist um mal eben für einen Tag, eine andere Stadt zu besuchen.
Im Moment bin ich einfach nur genervt und weiß nicht, was ich machen soll, da die Internetverbindung nicht wirklich einen guten Zugriff gibt ist auch zuhause nichts zutun ist. Meine Gasteltern sind meistens unterwegs und wenn sie da sind, guckt meine Gastmutter entweder Fernsehen oder kocht. Beim Kochen helfe ich meistens auch sehr stark mit... Beim Fernsehgucken habe ich auch schon einige Male dazu gesetzt, aber die Sendungen, die sie schaut, sind in meinen Augen total langweilig, was es für mich nicht wirklich besser macht.
Mein Gastvater ist von morgens 7:30 bis 14:00 Uhr arbeiten. Meistens gibt es dann um 15:00 Uhr Essen. Und danach geht er direkt wieder in den Bergen wandern.
Gestern wurde ich gezwungen mitzukommen, was meiner Gesundheit nicht wirklich gut tat.
Ich habe dann auch einige Male gesagt, ich gehe nicht mehr weiter, ich kann nicht mehr.
Und ich habe mich nicht angestellt, ich konnte wirklich nicht mehr, hätte mir gewünscht, dass ich vor seinen Augen zusammenbreche und er damit versteht, dass es wirklich nicht mehr geht.
Um die Situation zu beschreiben, um zu verständlich machen, warum es nicht mehr ging: 43 Grad, mit akuter Sonneneinstrahlung d.h. null Schatten, die ganze Zeit Bergauf, zwischendurch ein bisschen Wasser. Er macht das jeden Tag, was heißt, dass er daran gewöhnt ist. Er ist dieses Klima gewöhnt, was für ihn kein Problem darstellt. Aber für mich ist dieses Klima eine massive Veränderung. Ich bin es nicht gewohnt, mein Körper ist es nicht gewohnt...
Im Endeffekt bin ich dann so weit gelaufen, bis ich mir dachte: Jetzt geht es wirklich nicht mehr. Zoe, es geht nicht mehr, du kannst nicht mehr. Ich habe mich dann auf den Boden gesetzt und mich geweigert weiterzulaufen, da ich wusste, dass noch der ganze Rückweg anstand.
Ich bin dann mit meiner Gastschwester, die auch nicht mehr konnte, zurück gelaufen und er ist weiter gegangen und nachdem wir eine Stunde auf ihn gewartet hatten (was bedeutet, dass es eine weitere Stunden Laufen gewesen wäre) ging es nach Hause.
Nach vier Stunden unterwegs waren wir also wieder zuhause, ich sage ihm, dass ich nie wieder mitkomme bei solch einem Wetter. Es wäre was anderes, wenn ich an einem gewissen Punkt sagen könnte, sorry, es geht nicht mehr, ich kann nicht weiter laufen. Aber nein, mein Gastvater ist jemand, der einen meiner Meinung nach unter massiven Druck stellt.
Ehrlich: Er ist total lieb, hat ein gutes Herz und ist ein toller Mensch, aber in dieser Sache, wenn es um andere Leite geht, da versteht er gar nichts. Meiner Meinung nach.
Mein Gefühl ist, dass meine Gastmutter meinem Gastvater Lügen erzählt, wenn dieser nicht vorort war.
Was meiner Meinung nach auch der Grund war für das Gespräch, das ich mit Rotary hatte.
Ich hätte mich zu ändern, wäre keine gute Person und wenn ich diese Person bleiben sollte, schicken sie mich nach Deutschland.
Sie konnten mir exakt sagen was ich wann, mit wem, wo tue. Was für mich eine Art von Null Privatsphäre darstellt...
Für mich haben die mich in meiner Person mit Geschichten, die nicht ich bin, angegriffen und mir unterstellt, aber gut, seitdem gebe ich nicht mehr 100% sondern 100000%, um mich nicht mehr angreifbar zu machen.
Durch alles Negative, das passiert, wächst mein Wille es zu meistern. Ich will mir selbst beweisen, dass ich stark genug bin, durch alle Einschläge, die passieren, stark genug bin, es zu schaffen, es zu meistern.
Danach will ich darüber nachdenken und sagen können: Trotz allem, was mich zu Boden brachte, habe ich es geschafft, immer wieder aufzustehen.
Ich will danach stolz sagen können: Ich habe es geschafft!
,,Man muss immer einmal mehr aufstehen als man zu Boden gebracht wird." Dieser Satz wurde stark zu meinem Motto hier, denn wir alle wissen, dass ich es schaffen kann und es schaffen werde, egal was passiert. Ich bin stark genung alles zu schaffen, was ich mir vornehme! Ich weiß, ihr glaubt an mich und das wichtigste: Ich glaube an mich!

Zudem meine neue Gastfamilie: Ein Gastvater, der der Chef von allem ist und wenn ich mich nur ansatzweise nicht gut benehme nach Hause geschickt werde, ich fühle mich unter Druck gesetzt, da ich Angst habe, auch nur etwas minimal falsch zu machen, um somit direkt nach Deutschland zu gehen.
Und ich muss sagen: Ich wachse über meine Grenzen hinaus, ich helfe total viel im Haushalt, mache meinem Empfinden nach mehr als der Gastvater und es ist trotzdem nicht genug.
Während alle am Tisch sitzen, spüle ich zusammen mit meiner 21-jährigen Gastschwester.
Und alle, die mich gut genug kennen um jetzt zu behaupten, dass sie es nicht vorstellen können und ich ja ach so faul bin...
Ich muss ganz ehrlich sagen: Hier bin ich nicht ich, mich habe ich irgendwo auf der Reise verloren. Ich hoffe, ich finde einen Teil von mir wieder, nicht alles, ich glaube, manches meines alten ichs ist ganz gut, das ich es verloren habe, irgendwo auf meinem Weg. Aber manche Dinge meines neuen Ichs würde ich gerne wieder gegen mein altes Ich eintauschen. Das bin nicht mehr ich, ich erkenne mich nicht mehr.
,,Ich weiß, wer ich war, als ich Deutschland verlassen habe. Ich weiß aber nicht, wer ich bin, wenn ich zurückkomme."
Vielleicht ist das unverständlich erklärt, denn ich bin ich. Mein Verhalten bin ich. Aber im Moment ist es so, dass es mein Verhalten ist, das komplett anders ist, mein Verhalten ist so anders, das ich nicht weiß, wer ich bin.
Oder bin ich das jetzt, werde ich Teile meines alten Ichs nie wieder bekommen, da ich nun ,,Jemand neues" bin und mein altes Ich der Vergangenheit angehört?
Ich merke wirklich, wie sehr ich mich verändert habe und weiß, dass ich mich noch weiter verändern werde.
Ich habe letztens mein Handy durchgeschaut und alte Bilder von mir angeguckt, Bilder von mir, ganz am Anfang meiner Reise. Wenn ich bedenke, dass es gerade mal vier Monate her ist, kann ich es nicht begreifen. Es ist so viel passiert, ich habe mich in meinen Augen verändert...
Bei einem Bild dachte ich extrem: Wer ist diese Person auf dem Bild? Bin ich das wirklich?
Meine Körperhaltung ist anders, mein Blick.
Es kommt mir so vor, als würde ich diese Bilder sehen und in die Seele und den Charakter schauen können, die/den ich zu dieser Zeit hatte. Es ist komplett anders. Es ist fremd, fremd für mich und ich bergreif nicht, dass ich es war...
Ich muss aber sagen, ich habe mich für mich zum Guten verändert und das ich das Wichtigste! (Vor vier Monaten hätte ich auch das noch nie gesagt, nach dem Motto: Wenn es für mich gut ist, ist es auch gut. Das soll nicht heißen, dass ich egoistisch geworden bin, ganz im Gegenteil, aber ich habe mittlerweile eine gute Selbstwertschätzung und weiß, dass ich wertvoll bin, was nicht eingebildet rüber kommen soll. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll, ohne das man es falsch interpretieren kann.) Ich bin selbstbewusster, willensstärker, ernster, anpassungsfähiger, anspruchsloser, aufgeweckter, aufmerksamer, bescheidener, entschlossener, verantwortungsbewusster,  vernünftiger, zielbewusster, unpünktlich... und vieles weitere geworden...
Und jede negative Erfahrung, ich bereue keine davon. Denn das alles macht mich zudem, was ich am Ende sein werde und ich kann durch das alles nur wachsen. Ich bereue nichts und das ist das Beste. Denn wenn ich nichts bereue, weiß ich, dass es das richtige war..

Ich bin nicht mehr beeinflussbar, albern, schüchtern, faul, kindisch....(anderes)
Ein paar Dinge sind genauso geblieben oder haben sich nur wenig verändert: Ich bin/war/bleibe chaotisch, tollpatschig, ohne Orientierungssinn.

Ich behaare noch immer auf meiner Meinung, wenn ich denke oder weiß, dass es richtig oder falsch ist, dann stimmt mich keiner um.
Ich höre mir mittlerweile aber ruhiger die Meinung anderer an, um vielleicht nochmal meine zu überdenken, aber im Gesamten, wenn ich weiß, dass es richtig oder falsch ist, dann tue ich es/tue ich es nicht ab einem bestimmten Ausmaß.
In meinen Augen ist das durchaus positiv und wenn ihr es nicht so seht: Dann seht ihr es nicht so.
Keiner kann mich verändern, es können mir nur Leute sagen, was falsch an mir ist, damit ich es überdenke und wenn ich es als falsch sehe, dann ändere ich es oder versuche es.
Aber haltet fest: Egal wer versucht mich zu verändern, er schafft es nicht, wenn ich nicht vollkommen dahinter stehe.
Die für mich wichtigste Sache, die ich gelernt habe ich: Selbstwertschätzung.
Vor noch vier Monaten hätte ich es niemals auf die Reihe gekriegt, was ich an mir liebe, ich dachte da wäre nichts zu lieben.
Ich hätte niemals auf die Reihe gekriegt mich positiv sowie negativ zu beschreiben...
Ich bin stolz auf mich, das ist auch sehr wichtig.
Also lerne ich neben der Kultur, den Einheimischen, der Sprache... noch eine weitere ganz wichtige Person in meinem Leben kennen. Mich. Ich lerne mich kennen.
Das ist ein ganz wichtiger Schritt in meinem Leben und ich weiß, dass es mich bis zum Ende von allem ganz massiv prägen wird.
Und alles negative, was man hier heraus liest: Keins der Dinge ist negativ, auch wenn es erstmal so scheinen mag. Im Endeffekt tauchen diese negativen Sachen in meinem Leben auf, um sie in der Zukunft positiver zu gestalten. Im ersten Moment scheint es falsch, aber auf alles gesehen, hat jede negative Begegnung, jedes negative Erlebnis einen Grund, den ich früher oder später entdecke. Und das habe ich gelernt: Alles hat einen positiven Grund, der auch negativ sein kann. Hä? Negativ ist positiv?
Ja! Alles was wir, wenn wir es in etwas Positives umsetzten wollen, es können und wenn nicht, lernen wir daraus erhebliche Dinge.
Ich hoffe, ich habe meine aktuelle Lage gerade gut beschrieben und gehe mit großer Kraft an die Dinge.

Samstag, 4. Januar 2014

Angekommen: 2014 und neue Familie

Seit vorgestern bin ich wieder in einer neuen Familie. In einem Haus einer Rotary-Familie, dem Rotary-Präsidenten des Clubs meiner Stadt. Ich habe mein eigenes Zimmer mit einem eigenen Bad und kann also nicht klagen, das  einzige was in meinem Zimmer fehlt, ist eine Klimaanlage und dass das Haus weit weg vom Centrum ist. Der Bus kostet um die 4 Pesos (weniger als 70 Cent) und das Taxi, das ich  benutze um zurückzukommen, da die Bushaltestelle 10 Minuten vom Haus weg ist und es zu gefährlich ist diesen Weg im Dunkeln zu gehen, kostet circa 40 Pesos (weniger als 6 Euro).
Das Haus hier ist richtig schön, großer Pool und sauber.
Hier habe ich sogar immer fließendes Wasser.
Das klingt alles wirklich gut oder?
Ja, das ist es auch, mir geht es wieder richtig gut.
Das Essen hier ist viel besser als ich es sonst gewohnt war und ich fühle mich gut.
Fazit: Mir geht's perfekt und ich fühle mich wohl.
Silvester habe ich erst zusammen mit meinen ersten Familie gefeiert und bin dann gegen zwei mit meinen Freunden feiern gegangen. Es war ein guter Start ins neue Jahr. Um 9 Uhr am nächsten morgen bin ich dann tot ins Bett gefallen.
Ich hoffe, euer Start ins neue Jahr war auch angenehm und erfreulich.
Es hat sich ein bisschen angefühlt, dass ich in der Vergangenheit lebe, als es hier erst 20:00 Uhr war und ihr bereits im neuen Jahr angekommen wart...
Im Moment ist es ein wenig langweilig, da es durch die Ferien nicht wirklich viel zu tun gibt, aber das ist ok, besser als mir hier die Schule zu gehen. Dann schlafe ich lieber den ganzen Morgen statt dort zu sitzen und GAR NICHTS zu machen...
Also ich genieße mein Leben durch die Ferien mehr, auch wenn es langweilig ist, ab und zu, aber die Schule hier ist nur langweilig.
Gestern war es zum Glück endlich mal ein bisschen kühler, das habe ich wirklich genossen! Frische Luft und ein angenehmes Klima. Heute ist es leider wieder total warm.
Eigentlich liebe ich ja heißes Wetter, aber mittlerweile ist es zu viel, man kann nicht wirklich viel machen, da es für jegliche Aktivitäten viel zu heiß ist.
Stellt euch das mal vor: Es sind 40-50 Grad, da kann man den Alltag nicht wirklich angenehm verbringen und ich verstehe wirklich, dass man in dieser Zeit die Schule nicht besuchen kann, da dort keine Venilatoren vorhanden sind.
Was habe ich mir fürs neue Jahr vorgenommen? Wenn ich ehrlich bin, nichts Spezielles, nur das ich alles so nehme wie es ist, das Beste aus allem mache, das Positive und nicht das Negative sehe. Mein Leben genießen und das Beste aus meinem restlichen Auslandsjahr machen, denn es wird schneller umgehen, als ich überhaupt möchte...
Der letzte Monat ist wirklich verflogen, ich erinnere mich noch: Genau an meinem 3-monatigen hier, als ich die Familie gewechselt habe und alles total komisch wurde. Aber es war nur eine kurze Zeit, wenn ich überlege, in drei Tagen ist mein 4. Monat hier und alles ist wieder perfekt!

Ich wünsche alles Liebe nach Hause, nach Deutschland!
Genießt das neue Jahr!