Montag, 11. August 2014

Heute vor einem Jahr...

Vielleicht trifft der Titel es nicht so ganz. Vielleicht würde es besser passen wenn heute der 06.09 wäre und ich genau vor einem Jahr geflogen wäre... Nein, heute vor einem Jahr hab ich die Tage gezählt, die Tage bis zu meinem Abenteuer. Heute vor einem Jahr waren es noch genau 24. Nur 24 Tage die mich von Argentinien trennten, heute weiß ich nicht wann oder ob ich je wieder dort sein werde.... Ich vermisse alles so schrecklich meine 1. Gastfamilie, meine Freunde, die Umgebung, die Stadt, das Leben, einfach alles. Es ist so unrealistisch hier zu sitzen und zu wissen, 15000 km entfernt von mir, sind Menschen, viele Menschen, die ich gern habe und schrecklich vermisse. Die ich gerade gerne einfach umarmen würde oder einfach nur ein paar Worte mit ihnen wechseln würde. Eine Schule, in der mich jeder kennt, eine Schulgemeinschaft die wie eine riesige Familie ist und Lehrer die eher wie Freunde sind als irgendwelche Menschen, die sich wichtiger finden als sie eigentlich sind. Ich vermisse es mit meiner kleinen Gastschwester und meiner Gastmutter soy amiga de las frutas zu singen und einfach nur glücklich zu sein. Oh mein Gott ich vermisse alles so schrecklich. Meine erste Familie war wie meine eigene, vom ersten Tag an. Ich kann sagen ich hab ein Zuhaue 15000 km weit entfernt und eine weitere Familie die mich liebt, aber leider ist diese ebenfalls so weit entfernt. Denn anderen Familien bin ich Dankbar dafür, das sie es mir so schwer gemacht haben. Ich bin daran gewachsen, hab gelernt dass das Leben verdammt hart sein kann und ist. Sie haben mir deutlich gemacht das man kämpfen muss. Mir war zu jenem Zeitpunkt klar das ich mich nicht unterkriegen lassen darf, doch manchmal war ich leider nicht ganz so stark, wie ich es heute schaffe zu reden. Manchmal wünschte ich mir wirklich zuhause zu sein, in meinem eigenen Bett zu liegen, bei meiner Familie, und mit all dem bekannten. Aber manchmal wünschte ich mir auch, nie wieder nach Deutschland zurückzukehren und einfach für immer dort zu bleibe. Ich denke heute ist es so, wie es jemand bestimmt hat zu sein. Ich will gar nicht abwägen ob es woanders heute besser wäre, ob es heute in Argentinien besser wäre oder auch sonst wo. Das habe ich auch aus dem halben Jahr mitgenommen, das zu akzeptieren was ist. Mit dem klar zukommen was gerade Sache ist. Ich glaube uns allen ist klar das einige Dinge besser sein könnten. Aber wenn alles perfekt wäre, würden wir uns dann noch darüber freuen wenn die Sonne scheint? Vielleicht ist das Beispiel jetzt auch nicht das beste aber ich hoffe man versteht wie ich das meine...
Eigentlich sollte ich doch erst vor genau einem Monat wieder gekommen sein. Aber leider ändern manche Ereignisse eine komplette Planung, ändern nur eine Kleinigkeit oder zerstören einen ganzen Traum. Ich weiß nicht wie es wäre wenn ich jetzt erst seit einem Monat wieder hier wäre, ich weiß auch nicht ob heute alles so gut ist, wie es ist. Aber wenn es schlecht sein sollte, muss ich es selber in die Hand nehmen, dann muss ich mich aufraffen und etwas ändern und nicht darauf warten bis etwas geändert wird.Das müssen wir alle, alles selbst in die Hand nehmen. Klar, manchmal gibt es Sachen geschenkt, aber ist es nicht viel schöner wenn man hart für etwas Arbeiten musste aber sich dann über das Ergebnis freuen kann? Das habe ich auch gelernt, wenn ich etwas möchte, muss ich dafür arbeiten und nicht darauf warten bis es mir in den Schoss fällt, das passiert viel zu selten oder auch nie. In nicht ganz zwei Wochen ist das nach Treffen von Rotary, ich bin mir unschlüssig ob ich dort hingehen soll bzw. zum jetzigen Zeitpunkt dort hingehöre.Weiter gehe ich darauf jetzt nicht ein, da es mir schwer fällt.
Das letzte Jahr war krass einfach  nur krass. Als ich mir vor einem Jahr ungefähr heute ausgemalt hab, war es nicht nur Ansatzweise so.
Ich weiß nicht ob überhaupt noch jemand meinen Blog verflogt bzw. liest aber es hat gerade gut getan einfach mal meine Gedanken zu teilen, mit wem auch immer, vielleicht trifft auch erst wieder jemand in zehn Jahren auf meinen Blog und liest das...
Jeden Falls wünsche ich LG, an wen auch immer.

1 Kommentar:

  1. Liebe Zoe, es war sehr ergreifend, deine Worte zu lesen. Ich hoffe für dich, dass du eines Tages nach Argentinien und den Menschen, die dir dort sehr wichtig sind, zurückkehren wirst.
    Liebe Grüße, Ronja

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