Montag, 23. Dezember 2013

Sicht auf Besserung! Glücklich und zufrieden.

Inmitten von Taschen und Koffern sitzt ein Mädchen, das ihre Sachen packt, schon wieder. Aber warum?

Heute war ich auf einem kleinen Treffen, wo auch mein alter Gastbruder und die Austauschschülerin, die nun bei ihm und meiner alten Familie lebt, anwesend waren. Mein alter Gastvater hat die beiden, natürlich, abgeholt.
Nachdem ich mich von den beiden verabschiedet hatte, kam mein alter Gastbruder wieder rein und sagte, Dad möchte mit dir reden.
Gut, also ging ich raus zum Auto und sprach mit ihm.
Erst war ich durcheinander, was er mir da erzählt hat, natürlich auf Spanisch. Irgendwas von morgen gehst du zurück nach Deutschland und etwas. Da mein Vater gerne mal solche Späße macht, sagte ich gut.  Dann verstand ich, sei morgen um die und die Uhrzeit mit all deinen Sachen fertig, ich werde dich abholen. Hää? Nach Deutschland werde ich ja wohl nicht gehen, aber das hier erschien ernst. Ich hab auch wirklich den Kontext auf Spanisch verstanden, war aber irgendwie durcheinander. Dachte, ich hätte irgendwas falsch verstanden, so gute Neuigkeiten auf einmal? (Ich rede nicht von Deutschland).
Heute mittag hat meine neue Gastmutter mir erzählt, das Andres (mein alter Gastvater) mich morgen abholt. Was für mich nichts Neues war, da es schon seit heute morgen klar war, das ich mit meiner alten Familie Heiligabend verbringen werde.
Gut, er würde mich also morgen abholen und dachte nicht weiter drüber nach, als es auch schon wieder losging.
Nachdem ich durch das Spanisch und meinem Kopf, der im Moment sowieso durcheinander ist, wirklich durcheinander war, fing mein alter Vater auf englisch an zureden, was ich natürlich direkt verstand, da Englisch mittlerweile für mich wie ein Teil meines Gehirns ist.
Er wird mich also morgen abholen und ich gehe nie wieder in das Haus zurück. Ich konnte es erst gar nicht begreifen, ist das wirklich wahr?
Sei morgen mit allen deinen Sachen um 4:30 fertig, ich hole dich ab.
Glücklich, lächelnd und strahlend nahm ich diese Informationen auf.
Besserung! Ich habe es wirklich geschafft, ich habe es wirklich durch mich geschafft etwas in Bewegung zu setzen, damit es sich bessert. Eigentlich hatte ich die Hoffnung auf einen Gastfamilienwechsel ja schon aufgegeben und mich innerlich damit abgefunden, hier drei Monate zu wohnen. Aber jetzt weiß ich: Ich muss es nicht, ich hab die Chance mich bald wieder richtig wohl zufühlen und richtig zufrieden zu sein.
Eine neue Familie habe ich aber noch nicht, die nächste Woche werde ich erst einmal wieder bei meiner alten Familie verbringen und danach geht es eventuell zu einer Rotary- Familie ohne Kinder, etwas weiter entfernt von dem Centrum und von allem.
In den letzten drei Wochen habe ich aber gemerkt, dass eine wohlsorgende und liebenswürdige Familie sehr viel wichtiger ist als nah bei allem zu sein.
Ein Zuhause zu haben ist viel wichtiger als eine gewisse Freiheit.
Denn nur wenn du Menschen in deiner Nähe, an deinem Wohnort, an deinem Zuhause hast, die dir was bedeuten und die in deinem Herzen sind, und die dir vor allem zeigen, dass du etwas wert bist und du willkommen bist, erst dann kannst du dich wohlfühlen.
Warum bin ich so hoffnungsvoll, dass es besser wird? Weil ich in den letzten drei Wochen durch die Situation gewachsen bin und weiß, was auch ich anders machen muss. Es gibt bald einen Neuanfang  für mich und darüber bin ich froh und sehr stolz auf mich selber, dass ich das erreicht habe durch meine Willenskraft etwas zu ändern. Denn ich weiß: Nur dadurch, dass ich mir Hilfe gesucht habe und etwas in Bewegung setzten wollte, habe ich es geschafft.
Und nun weiß ich, es wird besser!
Ich gehe jetzt mal schlafen, wir haben schon wieder vier Uhr und ich muss morgen noch die restlichen Sachen zusammen packen, was bedeutet, dass ich nicht ausschlafen kann und die Nacht wird lang durch Heiligabend. Ich werde mich jetzt ein letztes Mal in diesem Haus zu Bett legen und schlafen.
P.S: Das ist das größte Weihnachtsgeschenk, was mir jemand machen konnte, an einem Ort zu feiern an dem ich mich wohlfühle und willkommen bin.
Und die Sicht auf Besserung und Veränderung.
(Ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber ich weiß, dass es anders werden muss, damit es besser werden kann, in dem Sinne: Gute Nacht)

2 Kommentare:

  1. Hallo Zoe, mit Freuden haben wir deine Zeilen gelesen und sind auch froh , dass es dir bald wieder besser geht. Wir haben schon länger deine netten Zeilen vermisst und waren schon in großer Sorge. Wir haben dir zu Weihnachten kein Paket geschickt, aber ein kleines Geldgeschenk wartet auf dich, wenn du wieder da bist.
    Wir wünschen dir und deinen neuen/alten Gasteltern ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und für das Neue Jahr Glück und Zufriedenheit.
    Deine Postkarte die du geschickt hast, ist bis heute noch nicht angekommen.
    Recht liebe Weihnachtsgrüße von deinem Opa und deiner Oma.

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  2. Hallo Oma und Opa, schade das die Postkarte noch immer nicht angekommen ist, dann habe ich auch nicht mehr viel Hoffnung das sie überhaupt noch ankommt...
    Vielen dank für das Geldgeschenk, danke das ihr an mich denkt.
    Sehr vielen Dank euch wünsche ich ebenso ein besinnliches Weihnachtsfest und ebenso Zufriedenheit für das neue JAhr.
    Ganz Liebe Weihnachtsgrüße aus Argentinien!

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